Claudia Dippel

Claudia Papst-Dippel,
gesundheitspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion

Sehr geehrte Frau Vorsitzende, meine Damen und Herren,

nachdem ich der Überweisung des ursprünglichen Resolutionsantrages der Kollegen der Fraktion der Freien Wähler in den Ausschuss zugestimmt hatte, habe ich dann Zweifel bekommen. Zweifel daran, dass eine weitere Runde die Resolution verbessern könnte.

Nun sind durch die große Anfrage von CDU und SPD noch Informationen zur Situation dazu gekommen, wenngleich ich mich frage, ob die Antworten die Zufriedenheit der Hebammen im Landkreis mit ihrer Arbeitssituation darstellen können.

Besonders die Antwort auf Frage neun nach zukünftigen Bedarfen mit dem Hinweis auf die Vermeidung weiterer Schließungen von Geburtsstationen, hat mich nachdenklich gemacht. Es bleibt zu hoffen, dass es nicht zu Schließungen kommt, besonders nicht bevor die Regierungen von Bund und Land und der Gemeinsame Bundesausschuss weitere Sicherungsmaßnahmen einer wohnortnahen Entbindungsmöglichkeit umgesetzt haben.

Es ist aber schön, dass sich fast alle Fraktionen hier im Kreistag mit dem Thema ausgiebig befasst haben und eine gemeinsame Formulierung einer Resolution gefunden werden konnte.

Insgesamt habe ich aber Zweifel, dass die Themen Regressverzicht, DRGs, hohe Haftpflichtsummen und Sicherung durch die 30 Minuten- bzw. 30 Kilometer-Regelung ausreichend schnell abgehandelt werden können.

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal anmahnen, dass verschiedentlich diskutierte enge Festlegungen des beruflichen Handlungsrahmens der Hebammen, besonders das Angebot von Hausgeburten gefährden.

Es wurde hier eben schon auf einen Anstieg der Kaiserschnittraten von 15 auf 30 Prozent hingewiesen!

Und das ungeachtet der Tatsache, dass diese Wahl des Geburtsortes zunehmend von werdenden Müttern angefragt wird und es genügend Belege dafür gibt, dass es die sicherste und gesündeste Form der Entbindung ist.
Ich möchte deutlich machen, dass eine Gesellschaft, die Kinder nicht nur zu ihrem zum Erhalt braucht, sondern Müttern und Kindern die bestmöglichen Bedingungen bieten möchte, die Fragen zuallererst aus Sicht der Betroffenen sehen sollte.

Frau Dr. Sommer hat die Wichtigkeit ja auch schon in ihrer Rede betont!

Gerade im Bereich der Schwangerenbetreuung, der Geburtshilfe und der Betreuung von Kleinkindern, darf meiner Meinung nach nicht die Betriebswirtschaft im Vordergrund stehen.

Gesunde und gut betreute Schwangerschaft, eine möglichst natürliche und … sagen wir einfach angenehme Geburtssituation verursachen Kosten, die aber natürlich später gesamtgesellschaftlich ausgeglichen werden.

Exemplarisch führe ich erneut an, dass z.B. eine Sektio, ein Kaiserschnitt ein erhöhtes Diabetesrisiko der Kinder mit sich bringt. Das spricht deutlich dafür, dass der Kaiserschnitt definitiv nur die Ultima Ratio sein sollte – wofür man dann natürlich auch dankbar ist.

Mit meiner kurzen Ausführung möchte ich lediglich andeuten, dass man hier gemeinsam am Ball bleiben sollte. Die Sicherstellung der Geburtshilfe in Wohnortnähe und die vertrauensvolle Betreuungssituation von werdenden Müttern sind mir persönlich aus vielen Gründen heraus wichtig.

Die Familienfreundlichkeit des Landkreises sollte sich auch hierin zeigen.

Meine Fraktion wird dem gemeinsamen Resolutionsantrag als einem ersten Schritt zustimmen.
Vielen Dank!